SoMo- Team und Streitschlichter

SoMo-Team und Streitschlichter:

SoMo steht für Schule ohne Mobbing und soll dabei helfen, über Mobbing aufzuklären, kann aber auch Anlaufstelle für Mobbing-Opfer sein.

Die Mitglieder des Teams – Rektorin Barbara Simon, die Lehrkräfte Frau Wild (MS) und Herr Fäth (GS) sowie Schüler der Grund- bzw. Mittelschule  wurden bereits in früheren Jahren in einem zweitägigen Seminar bzw. Fortbildungsnachmizttagen von der Schulpsychologin Frau Menzel für ihre Aufgabe vorbereitet. Schüler können sich mit ihren Problemen an diese vertrauensvoll wenden. Es wird versucht, Lösungen zu finden oder auch weitere Hilfsangebote von außen zu benennen und bei Wunsch hinzuzuziehen. Aber auch aufklärend, in der Absicht Mobbingfälle zu vermeiden, sind sie in den einzelnen Klassen tätig.

Ausgebildet in einer freiwilligen Arbeitsgemeinschaft wurde eine Gruppe „Streitschlichter Grundschule“.  Sie versuchen Mitschüler zu friedlichen Konfliktlösungen anzuleiten. Für unsere älteren Schüler gibt es ebenfalls eine Gruppe „Streitschlichter Mittelschule“.

Im Schuljahr 2022 wurde diesen Thema nun erneut aufgegriffen:

„Die Konfliktsprechstunde“ an der Grund- und Mittelschule Monheim

Ein Baustein aus dem Präventionsangebot: Schule ohne Mobbing (abgekürzt: SoMo)

 

Das bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus misst der Mobbingprävention an Schulen einen hohen Stellenwert zu und bietet hierzu seit Jahren vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten an.

Ziel von Antimobbingangeboten ist es, dass Kinder und Jugendliche, Eltern und Sorgeberechtigte, sowie Schulen darin unterstützt werden, dass Schüler*innen (wieder) mit mehr Freude in die Schule gehen und sich in ihrer Klasse wohlfühlen. „Schule ohne Mobbing“ ist ein Grundsatz, den auch die Grund- und Mittelschule Monheim möglichst verwirklichen möchte, denn Mobbing kann auf Dauer krankmachen und geschieht oft versteckt, in Pausen, auf Fluren, bei Stundenwechsel, im Bus, auf dem Schulweg… und, kaum mehr wegzudenken: digital!

Bereits im März 2019 fanden im Landkreis Donau-Ries hierzu Schulungen statt, die wegen der Hygienevorschriften im Zusammenhang mit dem SARS-CoV-2 nicht mehr fortgeführt werden konnten.

Nun, fast genau 3 Jahre später, kann das Präventionsangebot wiederaufgenommen werden.

Frau Hannelore Menzel, Schulpsychologin im Landkreis Donau-Ries, hat sich aus dem breiten Präventionsangebot „Die Konfliktsprechstunde“ herausgepickt und als Schulung für Kinder- und Jugendliche ab etwa der 6./7. Klasse weiterentwickelt. „Die Konfliktsprechstunde“ bietet den Vorteil, dass sie durch (geschulte) Jugendliche durchgeführt wird, die selbst an der Schule sind und somit auch nah an den Problemen, die an Schulen auftreten. Daneben bietet „die Konfliktsprechstunde“ Betroffenen eine erste, schnell erreichbare Anlaufstelle, da sie vor Ort und während der Schulzeit stattfindet. Die dort angesprochenen Problemlagen können dann an der Schule von den „Somo-Teammitgliedern“ zeitnah aufgegriffen, eine Problemlösungsstrategie entwickelt und idealerweise auch bald umgesetzt werden.

Am 22.03.2022 konnte die Grund- und Mittelschule Monheim Frau Menzel schließlich dazu gewinnen, die Schulung bei uns an der Schule an einem Vormittag für interessierte und ausgewählte Schüler*innen, natürlich nach vorheriger Anfrage und auf freiwilliger Basis, durchzuführen.

Sechs Schüler*innen erklärten sich insgesamt bereit, diese Schulung zu durchlaufen. Da eine Schülerin kurzfristig erkrankt war, nahmen schließlich drei Schülerinnen, zwei Schüler, eine Lehrkraft und die Jugendsozialarbeiterin an der Schulung teil. Die erkrankte Schülerin wird von den Teilnehmer*innen „nachgeschult“ und gehört somit fest zum „Somo-Team“. In den Jahren vor „Corona“ konnten bereits zwei unserer Lehrkräfte und unsere Jugendsozialarbeiterin an einer entsprechenden Schulung für Lehrkräfte und Jugendsozialarbeiter teilnehmen. Sie gehören ebenfalls zum „Somo-Team“ und stehen den nun frisch geschulten Schülerinnen und Schülern der „Konfliktsprechstunde“ zur Seite.

 

Zur Schulung selbst:
Die Schulung bestand zunächst aus theoretischen Inputs zu den Fragen: „Was ist eigentlich Mobbing?“, „Wie entsteht und festigt sich Mobbing?“,  „Was ist ein Mobbingsystem und welche verschiedenen Rollen gibt es in diesem System?“.

Die Jugendlichen traten nach den Inputs in einen regen Austausch. Viele eigene Erfahrungen flossen dabei ein, fast jede/jeder wusste von eigenen, wiederkehrenden negativen Äußerungen und Ausgrenzungen ihnen gegenüber zu berichten und hätten sich schon damals eine „Konfliktsprechstunde“ gewünscht. Alle Beteiligten zeigten sich der Thematik aufgeschlossen und sind hochmotiviert ihren Mitschüler*innen helfend zur Seite zu stehen.

Anschließend wurde die Konfliktsprechstunde im Rollenspiel eingeübt. Neben den ersten Schritten: gegenseitige Begrüßung und Vorstellen, sollten die Betroffenen ermuntert werden, das oft schlimm Erlebte kurz zu beschreiben. Fragen nach dem Wann, Was, Wo und auch durch Wen können hier helfen. Die beiden Konflikthelfer*innen der „Konfliktsprechstunde“ hören zu, äußern Verständnis für die Situation der Betroffenen und bedanken sich für ihr Kommen. Wichtig: der nächste Schritt wird mit den Betroffenen besprochen und ausgemacht, z. B. wir beraten uns nun im Somo-Team und besprechen dann mit dir die weiteren Schritte.

„Die Konfliktsprechstunde“ ist also für Kinder und Jugendliche da und findet zu einem festen Zeitpunkt und an einem festen Ort statt. Für das laufende Schuljahr 2021 / 2022 wurde der Zeitraum auf Dienstag nach der ersten Pause, zu Beginn der 3. Stunde, festgelegt. Als Ort wurde der Religionsraum im 1. Stock gewählt. In Zweierteams werden sich die Jugendlichen des „Somo-Teams“ für etwa 10 Minuten im Raum aufhalten, so dass sich Betroffene an sie wenden können. Alle Anliegen werden unter Schweigepflicht und mit Respekt behandelt. Den Aufsuchenden wird mitgeteilt, dass Hilfemöglichkeiten bestehen und auch umgesetzt werden. Ein Anschlusstermin wird vereinbart, damit die Betroffenen wissen, sie stehen nicht alleine da und es wird sich etwas ändern.

Das derzeitige „Somo-Team“ der Grund- und Mittelschule Monheim besteht aus sechs Schülerinnen und Schülern, die dieses Amt ehrenamtlich übernehmen, zwei Lehrkräften der Monheimer Grund- und Mittelschule und der Jugendsozialarbeiterin (JaS).

Das „Somo-Team“ wird sich in den Klassen vorstellen und den Raum und die Zeiten der „Konfliktsprechstunde“ bekanntmachen. Angedacht ist auch, dass neben den Mittelschüler*innen, Schüler*innen der Grundschule ab etwa der 3. Jahrgangsstufe die Konfliktsprechstunde aufsuchen können. Unabhängig vom tatsächlichen Bedarf, wird sich das „Somo-Team“ mindestens einmal im Schulhalbjahr austauschen und Weiterentwicklungen in Angriff nehmen.

Für die intensive und interessante Schulung bedankt sich das gesamte „Somo-Team“, sowie die Schulleitung Frau Simon, bei Frau Menzel.  Sollten in Zukunft weitere Schulungen umgesetzt werden können, ist das „Somo-Team“ der Grund- und Mittelschule Monheim sehr interessiert und gerne wieder dabei.

 

 

Iris Mast, Jugendsozialarbeit an Schulen)